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eine Performance von einfachzwei

Wir agieren in einem Kubus aus Folie mit Stroh, Reis, Erde, Rauch, Konfetti und Fleisch während vom Tonband folgendes gesprochen wird:

“Da Vinci „Jesus“: 381,3 Mio €, Personenschlepper; 2.400.000 €, Monatsgehalt VW Chef Matthias Müller: 845.000 €…”

“…Nierentransplantation in Deutschland: 60.000€, Pilot (Lufthansa): 18.750 €, Universitätsprofessor : 4.438€, Arbeiter im Kohlewerk: 3.042€…”

“…Friseur Geselle: 1.644€, Pornodarstellerin: 1000 €, Eizellen Spende: 900 €, Pornodarsteller: 800 €, Influencer pro Werbeanzeige: 500 €…”

“…Prostituierte in Deutschland: 500 €, China 72Std Arbeiter für Apple: 455€, Behinderter in Arbeitnehmerwerkstatt: 345€…”

“… Marktwert für 500ml Blut: 123 €, Samenspende : 100 €, Bezahlung für 500ml Blutspende: 25 €, Pille: 15 €, Philippinische Prostituierte:2 €…”

“…Performance Produkt: 50 Euro”. Wir lassen das Produkt zurück, lassen uns das Geld öffentlich auszahlen und kaufen uns ein Bier.

einfachzwei stellen sich die Frage was in einer kapitalistischen und globalisierten Gesellschaft Wertigkeit bedeutet und wieviel, bzw. welche Art Wert Performancekunst beigemessen wird und werden kann. Im Aufzählen unterschiedlicher Preisdimensionen diverser Produkte und Leistungen vom Tonband parallel zu ihren Handlungen lassen sie daran zweifeln, ob sich in Angesicht eines auf individuellen Interessen und auf unfair gewachsenen Machtstrukturen beruhenden kapitalistischen Marktes Wertigkeit in Geldpreisen überhaupt adequat messen und darstellen lässt. Inwiefern verlässliche Werte vom Kunstmarkt generiert werden können, wird ebenso bezweifelbar. So beginnt die Aufzählung mit dem hohen Preis von 381,3 Millionen Euro für eine Jesusabbildung von Da Vinci. Während dieser und im Anschluss vergleichbar hohe von der Allgemeinheit nicht zahlbaren Preise vom Tonband aufgezählt werden, agieren die beiden Performer in einem Cubus aus Folien. Geschützt vor den Blicken der Zuschauer*innen ist eine festliche Materialschlacht erahnbar, durch Schemen, Geräusche und einer Reihe von Materialien die an den Rändern der dünnen Schicht hindurch gespritzt oder geworfen kommen. Erst als die Preise sinken, wird die Performance zugänglicher, einfachzwei schneiden die Folie auf und machen sich an die Arbeit des Putzens, Zusammenkehrens und Aufräumens der zuvor verteilten Materien, wodurch eine Skulptur - ein Produkt? - entsteht. Die Aufzählung endet mit dem Preis von 50 Euro für das “Performanceprodukt”, den die beiden Performer von den Veranstaltern auf der die Performance gezeigt wird vor Augen des Publikums ausgezahlt bekommen.

Text von Julia Dick

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