I don't feel like home in this world anymore

GleichZEITigkeiten

In der ersten Kollaboration der Tänzerin Andrea Kößler und dem Performer Dennis Frasek wird sich mit der Frage auseinandergesetzt „Was ist die Wirklichkeit“.

Im Zeitalter der „alternativen Fakten“ ist die Auseinandersetzung mit der Gleichzeitigkeit von Realitäten/ Wirklichkeiten zu einem wiederkehrenden Thema in den Medien avanciert. Sobald man sich jedoch mit diesem Themenbereich intensiver auseinandersetzt wird schnell klar, dass es die Menschheit seit jeher begleitet hat (Höhlengleichnis Platon). In den 1970er Jahren beschreibt Paul Watzlawick, was wir unter Wirklichkeit verstehen. Diese, so Watzlawick, ist nicht ohne weiteres gegeben, sondern wird erst durch Kommunikation hervorgebracht. Hier ist die Performance des Duos anzusiedeln. In einem sich kurz vor dem Abriss befindenden Haus, bespielen die Performenden die jeweils andere Seite eines Raumes. Im Laufe der Performance gehen die Beiden mit derselben Umwelt sehr unterschiedlich um. Aufgrund ihrer verschiedenen Vorerfahrungen, Fähigkeiten und zur Verfügung gestellten Materialien (Alufolie beziehungsweise ein Sisalseil) entwickeln die Performenden verschiedene Ansätze um sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzten. Es fällt auf, dass Andrea mit Hilfe des Seils ihre Umwelt untersucht, mit ihr kämpft und schlussendlich nach ihren Vorstellungen gestaltet. Während Dennis sich mit der Alufolie zunächst schützend umwickelt und erst dann seine Umwelt erforscht. Beide Performenden agieren zunächst völlig autonom und kommen erst in der von Andrea geschaffenen Umwelt zur Ruhe, nachdem sie miteinander nonverbal kommuniziert haben.

Konzept: Raphael Di Canio, Andrea Kößler, Dennis Frasek

Video/ Schnitt: Raphael Di Canio, Merle Ballermann

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