

Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni?
2025-12-01
https://soundcloud.com/raphael-di-canio/makkaroni
Raphael Di Canio · Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni?
eine Spurensuche
[...] Zweitausendkilometer gen Süden in unserem Auto. Während mein Bruder neben mir mit seinem Kissen auf der Kühlbox döst, betrachte ich ehrfürchtig die Berge, die sich vor den Fensterscheiben auftürmen wie Wesen aus einer anderen Welt. Im Tunnel halten wir alle die Luft an, dann plötzlich blauer Himmel und etwas später eine feine blaue Linie am Horizont. Da ist es – il mare! Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, halten wir in der Mittagshitze an einer Tankstelle irgendwo im Süden. Es ist unvorstellbar heiß, heiß wie ein Föhn, träge steige ich aus dem Auto, es riecht nach einer Mischung aus Oleander und Petroleum und wir flüchten in das gekühlte Innenleben der Tankstelle. [...]
Im Rahmen des 70 jährigen Jubiläums des Deutsch-Italienischen Gastarbeiterabkommens 2025 ist diese Arbeit entstanden. Sie wurde bei der Ausstellung Makkaroni Settanta in der Tempora Gallery in Köln ausgestellt.
In der Arbeit „Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni? / Come si fa a mangiare i maccheroni?“ verdichten sich Fragmente einer italienisch-deutschen Familiengeschichte zu einem vielschichtigen Erinnerungsraum. Auf einer alten geografischen Karte – übermalt, überzeichnet, überschrieben – begegnen sich Orte, Wege und Situationen aus der Lebensrealität des Künstlers und jener seines Vaters und seiner Nonni, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Karte wird so zum Träger einer Spurensuche: nach Herkunft, Heimat, Sprache und den Verwebungen zweier Länder.
Das begleitende Audiostück führt diese Suche weiter. Die erzählerische Hörgeschichte ergänzt die persönliche Perspektive auf Migration, Alltagskultur und die Frage, wie man mit einer Vergangenheit lebt, die man nur teils selbst erlebt hat. Zwischen Humor und Ernst – von „Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni?“ bis zu Momenten familiärer Erinnerung – entsteht ein intimes Nachzeichnen von Identität, das bis in die Gegenwart reicht.

Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni?
2025-12-01
https://soundcloud.com/raphael-di-canio/makkaroni
Raphael Di Canio · Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni?
eine Spurensuche
[...] Zweitausendkilometer gen Süden in unserem Auto. Während mein Bruder neben mir mit seinem Kissen auf der Kühlbox döst, betrachte ich ehrfürchtig die Berge, die sich vor den Fensterscheiben auftürmen wie Wesen aus einer anderen Welt. Im Tunnel halten wir alle die Luft an, dann plötzlich blauer Himmel und etwas später eine feine blaue Linie am Horizont. Da ist es – il mare! Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, halten wir in der Mittagshitze an einer Tankstelle irgendwo im Süden. Es ist unvorstellbar heiß, heiß wie ein Föhn, träge steige ich aus dem Auto, es riecht nach einer Mischung aus Oleander und Petroleum und wir flüchten in das gekühlte Innenleben der Tankstelle. [...]
Im Rahmen des 70 jährigen Jubiläums des Deutsch-Italienischen Gastarbeiterabkommens 2025 ist diese Arbeit entstanden. Sie wurde bei der Ausstellung Makkaroni Settanta in der Tempora Gallery in Köln ausgestellt.
In der Arbeit „Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni? / Come si fa a mangiare i maccheroni?“ verdichten sich Fragmente einer italienisch-deutschen Familiengeschichte zu einem vielschichtigen Erinnerungsraum. Auf einer alten geografischen Karte – übermalt, überzeichnet, überschrieben – begegnen sich Orte, Wege und Situationen aus der Lebensrealität des Künstlers und jener seines Vaters und seiner Nonni, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Karte wird so zum Träger einer Spurensuche: nach Herkunft, Heimat, Sprache und den Verwebungen zweier Länder.
Das begleitende Audiostück führt diese Suche weiter. Die erzählerische Hörgeschichte ergänzt die persönliche Perspektive auf Migration, Alltagskultur und die Frage, wie man mit einer Vergangenheit lebt, die man nur teils selbst erlebt hat. Zwischen Humor und Ernst – von „Wie is(s)t man eigentlich Makkaroni?“ bis zu Momenten familiärer Erinnerung – entsteht ein intimes Nachzeichnen von Identität, das bis in die Gegenwart reicht.